Gelbes Band am Obstbaum? Im Landkreis Fürth darf gekennzeichnetes Fallobst jetzt ganz einfach geerntet werden

Gelbes Band am Obstbaum? Im Landkreis Fürth darf gekennzeichnetes Fallobst jetzt ganz einfach geerntet werden

Jährlich verderben in der Erntezeit Tonnen von Obst auf Streuobstwiesen und einzelnen Bäumen in der Flur. Viele Gemeinden und Landkreise haben sich daher bereits der Aktion „Gelbes Band“ angeschlossen. Auch in den Kommunen der Kommunalen Allianz hängen dieses Jahr erstmalig die gelben Bänder an Obstbäumen, die auf die Verzehrmöglichkeit im Vorbeigehen hinweisen.

Initiator ist der Kreisverband für Gartenbau und Landespflege Fürth e.V., der die Aktion gemeinsam mit den Gartenbauvereinen, dem Landkreis und den Kommunen durchführt. „Als Landkreis und als Kreisverband sind wir gerne bei dieser Aktion dabei,“ so Landrat Matthias Dießl, der gleichzeitig auch Kreisvorsitzender der Gartenbauvereine ist. „Das gelbe Band an einem Obstbaum signalisiert, dass die Früchte geerntet werden dürfen – gratis und ohne jemanden zu fragen. Ist kein Band am Baum, gehört die Ernte dem Baumbesitzer. Unser gesundes einheimisches Obst ist viel zu schade, um es verderben zu lassen.“ Bei der Ernte ist wenig Geduld gefragt, das meiste Obst – vor allem die vielen Äpfel – ist erst ab September erntereif.

Mitmacherinnen und Mitmacher gesucht

Und so funktioniert die Aktion an den Bäumen: Die Mitgliedsvereine des Kreisverbandes für Gartenbau und Landespflege Fürth e.V. gehen vor Ort gezielt auf Streuobstwiesenbesitzer und Baumbesitzer zu und informieren über das Projekt. Hier gibt es auch die gelben Bänder. Mitmachen kann jeder: Privatleute, Landwirte und Kommunen – wer möchte, kann sich direkt an seinen örtlichen Gartenbauverein wenden. Die Kontaktdaten sind unter www.gartenbauvereine-fuerth.de zu finden.

Aber auch der Landkreis und die Kommunen sind dabei. Hier handelt es sich überwiegend um Bäume, die an Straßen stehen. Für die kostenlose Ernte gibt es daher nur eine Bedingung: Bitte darauf achten, sich und andere Verkehrsteilnehmer nicht zu gefährden und die Verkehrsregeln einhalten. Das Ernten der Obstbäume geschieht auf eigene Gefahr. Außerdem bitte pfleglich mit den Bäumen umgehen und keine Äste abbrechen, damit die Ernte auch im nächsten Jahr wieder ertragreich ausfallen wird.

Um Mikroplastik zu vermeiden, sind die von den Gartenbauvereinen ausgegebenen gelben Bänder bewusst nicht aus Kunststoff, sondern aus besonders reißfestem Papier, das in ein bis zwei Jahren verwittert.

👉 Hier geht`s zum Kreisverband für Gartenbau und Landschaftspflege e.V.

Text und Bild © Landkreis Fürth

Mittel aus dem Regionalbudget: Vereinsgarten des OGV Deberndorf e.V. an die Herausforderungen des Klimawandels angepasst

Mittel aus dem Regionalbudget: Vereinsgarten des OGV Deberndorf e.V. an die Herausforderungen des Klimawandels angepasst

Der OGV Deberndorf e.V. verfügt als einziger Obst- und Gartenbauverein im Landkreis Fürth über einen eigenen Schaugarten. Dieser wurde entsprechend der damaligen Rahmenbedingungen als Obst- und Nutzgarten angelegt. Mit dem zunehmenden Klimawandel verschoben sich die Ziele zu einer ökologischen Gartengestaltung. Mit viel Eigenleistung und Mitteln des Regionalbudgets, welches der OGV Deberndorf e.V. über die Kommunale Allianz „Biberttal-Dillenberg“ erhalten hat, konnte die entsprechende Umgestaltung des Vereinsgartens umgesetzt werden.

In diesem Rahmen wurden Teile der Rasenfläche in eine Naturwiese umgebaut, blühende Stauden und Frühblüher als Insektenweide angelegt sowie ein Igelhaus und ein Insektenhotel geschaffen. Um die Jugendarbeit zu intensivieren, wurden ein Hochhbeet und ein Hügelbeet in Eigenleistung gebaut, welche zukünftig in Kooperation mit dem örtlichen Kindergarten bewirtschaftet werden sollen. Weiterhin wurde der störungsanfällige Dieselgenerator durch eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach des Vereinsheims ersetzt. Die beim Umbau des Vereinsgartens gewonnenen Erfahrungen bei der ökologischen Gartengestaltung sollen im Rahmen von Kursen an die interessierte Öffentlichkeit weitergegeben werden.

Neue Anträge zur Förderung von Kleinprojekten können voraussichtlich zum Jahreswechsel 2021/2022 wieder bei der Kommunalen Allianz Biberttal-Dillenberg eingereicht werden.

👉 Hier alle Infos zum Regionalbudget

Foto: Erster Bürgermeister Bernd Obst zu Besuch beim OGV Deberndorf © Markt Cadolzburg

HofladenQuiz 2021: Zum Abschluss des landkreisweiten Gewinnspiels gab es zwanzig regionale Geschenkkörbe für die Gewinner

HofladenQuiz 2021: Zum Abschluss des landkreisweiten Gewinnspiels gab es zwanzig regionale Geschenkkörbe für die Gewinner

Welches hausgemachte, fränkische Schmankerl gibt bei uns im Laden? Was ist über der Tür der Hofmetzgerei zu sehen? Wie viele Milchkannen stehen auf dem Schrank unseres Hofladens? Wie heißt der Spruch neben der Brauereiuhr? Diese und 16 weitere Rätsel gab es beim HofladenQuiz in den letzten zwei Monaten für kleine und große Detektive zu lösen. Insgesamt wurden knapp 150 Flyer ausgefüllt und bei den teilnehmenden Hofläden abgegeben. Nun durften die glücklichen Gewinner ihre Geschenkkörbe auf dem Biohof Decker und beim Veitsbronner Hofladen abholen.

Die feierliche Geschenkübergabe fand am 27. und  28. Juli im Beisein von Landrat Matthias Dießl bzw. von dessen Stellvertreter Franz Forman, als Repräsentant der Regionalinitiative „Gutes aus dem Fürther Land“, sowie der Bürgermeister aus den Kommunalen Allianzen Biberttal-Dillenberg und Zenngrund statt. Gastgeber bei der Prämierung der Gewinner waren die Familien Decker und John, die Hofläden in Cadolzburg bzw. Veitsbronn betreiben. Beide Familien haben sich mit einer Frage beim HofladenQuiz beteiligt und stifteten für die Prämierung jeweils einen der 20 Geschenkkörbe mit regionalen Produkten. Auf dem Biohof von Familie Decker werden u. a. Produkte aus Haskap-Beeren in Bioqualität hergestellt und verkauft. Die Beeren, die wertvolle Antioxidantien enthalten, stammen natürlich aus eigenem Anbau und werden im Familienbetreib zum Beispiel zu Saft, Senf, Essig, Fruchtaufstrich weiterverarbeitet. In ihrem Hofladen in Veitsbronn führt Familie John u. a. selbst angebauten Spargel und hat verschiedene weitere regionale Produkte wie Eier, fränkische Weine, Honig und viele weitere heimische Spezialitäten im Sortiment.

Tyrese, 10 Jahre alt aus Veitsbronn konnte seinen Geschenkkorb, der vom Milchhaus und Hofladen Lämmermann gestiftet wurde, persönlich entgegennehmen und berichtete stolz: „Ich hätte nie gedacht, dass wir gewinnen! Ich mach sehr gerne Ausflüge mit meiner Familie. Die Rätsel zu lösen hat mir auch großen Spaß gemacht.“ Mama Katja ergänzte noch, dass sie gleich eine große Radtour für ihre Familie geplant habe, als sie von der Aktion erfuhr. Davor habe sie gedacht, jeder Hofladen hätte nahezu identische Produkte im Angebot. Jetzt sei ihr aber die große Produktvielfalt bewusst geworden und sie habe zahlreiche neue Lieblingsprodukte gefunden.

Die Organisation rund um das Quiz übernahmen die beiden Allianz-Managerinnen Anne Kratzer und Svenja Schäfer. Unterstützt wurden sie dabei von den Kreisbäuerinnen sowie von der Initiative „Gutes aus dem Fürther Land“. Ziel der Aktion, war es den Menschen im Landkreis die vielfältigen Möglichkeiten, frische, regionale Produkte im direkten Umfeld einzukaufen, näher zu bringen. Als positiver Nebeneffekt brachte das HofladenQuiz allen Teilnehmern zudem etwas Abwechslung in den tristen Corona-Alltag. Im nächsten Jahr hoffen die beiden Organisatorinnen, wieder einen „Tag der Hofläden“ anbieten zu können, der im Mai 2022 im Zenngrund stattfinden soll.

👉  Hier finden Sie eine Übersicht aller Direktvermarkter im Landkreis Fürth

Foto: Tyrese nimmt seinen Gewinn entgegen © Zenngrund Allianz

Obstkolumne „Streuobst für alle“: Mathias Dimmling teilt sein Wissen zum sogenannten Sommerschnitt an Obstbäumen

Obstkolumne „Streuobst für alle“: Mathias Dimmling teilt sein Wissen zum sogenannten Sommerschnitt an Obstbäumen

Mathias Dimmling, Gartenpfleger im Verein für Gartenbau und Landespflege Stein e.V. und ausgebildeter Baumwart, hatte als Kind das Glück, in landwirtschaftlichen Strukturen aufzuwachsen und von seinem Großvater viel über Obst- und Gartenbau zu lernen. Obwohl er sich beruflich ganz anderes orientierte, ist es daher nicht verwunderlich, dass er seit fast 30 Jahren Mitglied im lokalen Verein für Gartenbau und Landschaftspflege ist und mittlerweile selbst einen großen Garten mit Obstbestand hat. Die Mitgliedschaft im Verein hat es ihm auch ermöglicht, die zweijährige Ausbildung zum Baumwart in Triesdorf zu absolvieren und seitdem andere Gartenbesitzer zu beraten.

Im Obstgarten ist das ganze Jahr über etwas zu tun ist. Wann ist der richtige Zeitpunkt für den Sommerschnitt?

M. Dimmling: Ein alter Grundsatz lautet: Schneiden kann man das ganze Jahr über – es hat nur unterschiedliche Auswirkungen. Der Sommerschnitt erfolgt am belaubten Baum und ist nicht explizit an die Sommermonate gebunden. Wichtig ist, dass das Triebwachstum abgeschlossen sein sollte. Dies ist in der Regel etwa Mitte Juli der Fall. Jetzt konzentriert sich der Baum auf die Fruchtbildung. Nun kann begonnen werden, alle nicht benötigten „Wassertriebe“ – das sind frische, grüne Triebe, die von Mai bis Juli steil nach oben wachsen – auszubrechen. Zugleich sollte bei zu eng stehendem Fruchtbehang ausgedünnt werden, wenn mehr als fünf Früchte an einem Blütenbüschel wachsen. Das verspricht qualitativ besseres Obst. Nicht tragende und zu dicht stehende Fruchtäste können ebenfalls ausgedünnt werden. Als letzte Maßnahme des Sommerschnittes kann bei starkwüchsigen Bäumen gleich nach der Ernte ein starker Rückschnitt erfolgen. Diese Maßnahme bremst den Neuaustrieb im Frühjahr. Bei alten Bäumen besteht im Sommer außerdem die Gefahr von Astbrüchen, wenn der Baum besonders viele Früchte trägt. Rechtzeitige Stützmaßnahmen oder ein spontaner Schnitt können hier sinnvoll und wichtig sein.

Was ist der Unterschied zwischen Sommer- und Winterschnitt?

M. Dimmling: Wie oben beschrieben, dient der Sommerschnitt in erster Linie der optimalen Ausbildung von Früchten. Bei starkwüchsigen Bäumen kann man ihn als Wachstumsbremse einsetzen. Der Winterschnitt ist notwendig, um die Baumkronen auf- oder umzubauen sowie um drohende Bruchgefahren zu verhindern. Der Pflanz- und der Erziehungsschnitt zum Aufbau von tragfähigen und langlebigen Bäumen sollten in den späten Wintermonaten und dem zeitigen Frühjahr – bis zur Blüte – erfolgen. Auch der Erhaltungsschnitt, der wie der Name schon sagt, zur Erhaltung eines möglichst langjährigen Ertrages beträgt, sollte im Winter erfolgen.

Welche Grundausbildung brauche ich und wo kann ich mich weiterbilden?

M. Dimmling: Zunächst, die Aufgabe ist eigentlich nicht schwer, weil der Baum auch Fehler verzeiht, die am Anfang aus Unwissen oder Übereifer nicht ausbleiben. Es ist zwar Ausdauer gefragt, denn die Intervalle der Eingriffe erstrecken sich über Monate, es kann sich aber eine echte Leidenschaft entwickeln, weil der Baum dir sehr viel zurückgibt. Unterstützung kann ich mir von den Obst- und Gartenbauvereinen in fast allen Fragen des Gartenbaus holen. Besonders möchte ich an dieser Stelle das Angebot des Kreisfachberaters für Gartenkultur und Landespflege beim Landratsamt Fürth hervorheben. Ein Großteil Baumwarte ist außerdem im Verein der „Triesdorfer Baumwarte e.V.“ organisiert. Die Suche eines Baumwartes in der Nähe kann über die Adresse http://www.triesdorfer-baumwarte.de/ erfolgen. Eine gute Möglichkeit, etwas in der Praxis zu lernen, ist unser Sommerschnittkurs am 31.07.2021 um 14 Uhr am Hof der Fam. Reisch in der Stuttgarter Str. 23 in Stein.

 

👉  Jahresprogramm des Vereins für Gartenbau und Landespflege Stein e.V.

👉  Kontakt zum Kreisfachberater für Gartenkultur und Landespflege am Landratsamt Fürth

👉  Ausbildung zum Baumwart in Triesdorf

Foto: Sommerschnittkurs am Obstgehölz © Verein für Gartenbau und Landespflege Stein e.V.

Mitmachen und Gewinnen: Das HofladenQuiz, bei dem es 20 Geschenkkörbe mit regionalen Produkten zu gewinnen gibt, startet am 15. Mai

Mitmachen und Gewinnen: Das HofladenQuiz, bei dem es 20 Geschenkkörbe mit regionalen Produkten zu gewinnen gibt, startet am 15. Mai

Viele Familien- und Freizeitaktivitäten entfallen zurzeit. Kinos, Museen, Tiergärten, Freizeit- oder Kletterparks haben die meiste Zeit geschlossen. Auch diese Absage ist sicher niemandem leichtgefallen: Da nicht absehbar ist, wann größere Veranstaltungen wieder möglich sind, wird der Tag der Hofläden im Mai nicht in der geplanten Form stattfinden. Aber anstatt komplett auf eine Aktion zu verzichten, wartet auf kleine und große Detektive in diesem Jahr das HofladenQuiz.

Beim HofladenQuiz erwartet Sie auf jedem Hof eine individuelle Frage, die sich durch einen Besuch des Hofladens bzw. des Verkaufsautomaten beantworten lässt. Das Quiz startet am 15. Mai, dem Tag des abgesagten „Tag der Hofläden“, und läuft bis zum 15. Juli 2021. Wer mitmachen möchte, holt sich in einem der teilnehmenden Hofläden einen Veranstaltungsflyer ab. Um an der Verlosung teilzunehmen, müssen sechs Fragen richtig beantwortet werden. Ausgefüllte Coupons können direkt in den Hofläden abgegeben werden. Die 20 Gewinner werden aus allen Einsendungen ausgelost. Den Auserwählten winkt ein Geschenkkorb mit regionalen Produkten im Wert von bis zu 20 Euro.

Die Organisation rund um die Veranstaltung übernehmen die Kommunalen Allianzen Biberttal-Dillenberg und Zenngrund. Unterstützung kommt zudem von den Kreisbäuerinnen sowie von der Initiative „Gutes aus dem Fürther Land“. Für die zwei Allianz-Managerinnen Anne Kratzer und Svenja Schäfer verbinden sich bei dem Quiz gleich mehrere Aspekte: Zum einen gibt ein bisschen Abwechslung für langweilige Corona-Tage und zum anderen werden die vielfältigen Möglichkeiten, frische, regionale Produkte im direkten Umfeld einzukaufen, bekannter.

Alle 20 teilnehmenden Direktvermarkter sind gut mit dem Fahrrad erreichbar. Sie sind herzlich dazu eingeladen, sich über das Radwegenetz individuelle Touren zusammenzustellen, um die zahlreichen heimischen Produkte im Landkreis Fürth zu entdecken. Selbstverständlich sind im Landkreis auch, wie gewohnt, die Verkaufsstellen weiterer Bauernhöfe zu den regulären Öffnungszeiten erreichbar.

Den Teilnahmeflyer erhalten Sie bei allen teilnehmenden Direktvermarktern.

👉  Hier finden Sie eine Übersicht der Teilnehmer und den Flyer zum Download.

👉  Hier finden Sie eine Übersicht aller Direktvermarkter im Landkreis Fürth 

Foto: Regionale Produkte © Zenngrund Allianz

Obstkolumne „Streuobst für alle“: Lars Frenzke, erklärt, was rund um die Pflanzung von Obstbäumen zu beachten ist

Obstkolumne „Streuobst für alle“: Lars Frenzke, erklärt, was rund um die Pflanzung von Obstbäumen zu beachten ist

Lars Frenzke, der Kreisfachberater für Gartenkultur und Landespflege am Landratsamt Fürth, ist Ingenieur für Landschaftsarchitektur. Mit seinem Team kümmert er sich zum einen um die Neuanlage und die Pflege der Außenanlagen an den kreiseigenen, bebauten Liegenschaften. Zu seinen Aufgaben gehört außerdem die Öffentlichkeitsarbeit. Im Freizeitbereich steht die Zusammenarbeit mit den Obst- und Gartenbauvereinen sowie Bildungsangebote für Bürger im Vordergrund. In erster Linie gehören Gärten in besiedelten Bereichen zu seinem Fachgebiet. Aufgaben, die auf Streuobstwiesen in der freien Landschaft anfallen, sind mit seiner Arbeit aber oft nicht überschneidungsfrei.

Ich habe einen Garten und möchte neu pflanzen. Welche Obstsorten können Sie empfehlen?

L. Frenzke: Dazu müssen wir zunächst ein paar grundlegende Fragen klären: Wie viel Platz ist vorhanden? Für kleinere Gärten sind zum Beispiel ausladende Hochstämme meist nicht geeignet. Hier empfehle ich Spindel- oder Spalierobst. Für die Wahl der richtigen Sorte sind außerdem die Besonnung und die Bodenbeschaffenheit wichtig, also ist der Boden durchlässig oder bildet sich leicht Staunässe. Fragen Sie sich auch, will ich das Ost lange lagern, soll die Frucht süß oder säuerlich sein, soll der Baum schnell Früchte tragen? Ich kann auch nicht jedem Gartenbesitzer generell empfehlen, auf alte Sorten zu setzen. Klar sind Sorten wie der Rheinische Bohnenapfel oder der Rote Eiserapfel besonders widerstandsfähig und sorgen auf Streuobstwiesen für die wichtige genetische Vielfalt. Für den Familiengarten sind sie aber weniger geeignet. Hier würde ich z.B. auf die schmackhaften Früchte der Apfelsorte Topaz setzen. Viele neuere Sorten sind auch auf Widerstandsfähigkeit gegenüber Krankheiten gezüchtet, was den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln erspart.

Wenn es um die Pflanzung geht, was muss ich beachten?

L. Frenzke: Wenn Sie sich für eine Sorte entschieden haben, ist das A und O die Qualität der Pflanzware. In Bezug auf die Langlebigkeit sollten Sie für Ihren Einkauf auf jeden Fall ein Fachgeschäft, eine Baumschule oder Regionalgärtnerei, wählen. Das Loch sollte großer als der Ballen sein. Lockern Sie auch das umliegende Erdreich mit auf. Gegen kleine Nager können Sie selbst einen Wühlmauskorb aus Hasengeflecht zum Schutz der Wurzeln anfertigen. Meist sind die Böden in den Hausgärten von guter Qualität, sodass kein Einsatz von Düngemitteln notwendig ist. Ob einzelne Nährstoffe fehlen, zeigt im Zweifelsfall eine Bodenprobe. Wässern Sie den Baum an und stützen Sie ihn in den ersten Jahren mit einem Pfahl. Der beste Zeitpunkt für die Pflanzung ist der Herbst. So kann der Baum bis zur Trockenphase, die oft schon im zeitigen Frühjahr einsetzt, feine Faserwurzeln ausbilden.

Wenn der Obstbaum gesetzt ist. Was gilt es anschließend zu beachten?

L. Frenzke: Gießen müssen Sie den jungen Baum auch weiterhin, mindestens die ersten zwei bis drei Jahre. Die Anfangszeit ist außerdem wichtig für die Ausbildung eines stabilen Kronengerüstes, gerade bei den Hochstämmen. Das ist wie bei einem Kind, das von Anfang an Aufmerksamkeit braucht und nicht erst in der Pubertät. Wenn Sie den Baum gesetzt haben, nehmen Sie einen Pflanzschnitt vor und schneiden Sie junge Bäume anschließend jedes Frühjahr. Mit dem sog. Erziehungsschnitt im Februar oder März regen Sie das Wachstum an. Bei älteren Bäume in der Ertragsphase kommt außerdem der Sommerschnitt dazu.

 

👉  Kontakt zum Kreisfachberater für Gartenkultur und Landespflege am Landratsamt Fürth

Foto: Kreislehrgarten in Siegelsdorf © Landkreis Fürth