Mehr Dorfläden, Bäcker und Metzger: Förderprogramm “Kleinstunternehmen der Grundversorgung”

Mehr Dorfläden, Bäcker und Metzger: Förderprogramm “Kleinstunternehmen der Grundversorgung”

Ab sofort können im Rahmen der Dorferneuerung auch kleine Unternehmen bezuschusst werden, die für die Grundversorgung der ländlichen Bevölkerung von Bedeutung sind. Dazu gehören z.B. Bäcker, Metzger, Wirtshäuser, Gesundheits- und Pflegedienstleister sowie Fach- und Handwerksbetriebe. Von dem Förderprogramm “Kleinstunternehmen der Grundversorgung” des Bayerischen Landwirtschaftsministeriums profitieren Betriebe mit weniger als zehn Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von unter zwei Millionen Euro – ihnen waren staatliche Zuschüsse bislang verwehrt. Die Förderung für bestehende Unternehmen sowie für Neugründungen kann bis zu 200.000 Euro betragen.

 

Wer und was kann gefördert werden?

Kleinstunternehmen zur Deckung…

…des regelmäßigen Bedarfs: Dazu zählen alle bestehenden und neuen Kleinstunternehmen, die täglich bis wöchentlich nachgefragt werden, wie Bäckerei, Metzgerei, Gastwirtschaft, Dorfladen oder Pflegedienstleistungen. Gefördert werden können Investitionen, die der Sicherung, Schaffung, Verbesserung und Ausdehnung der Grundversorgung dienen.

…des unregelmäßigen Bedarfs: Hierunter fallen bestehende und neue Handwerksbetriebe (z. B. Schreinerei, Autowerkstatt), Dienstleistungsunternehmen (z. B. Floristik, Physiotherapeut) und der Einzelhandel mit Gütern des unregelmäßigen Bedarfs (z. B. Fachgeschäfte, Buchhandlung). Gefördert werden können bauliche Investitionen, wenn sie zur Innenentwicklung der Ortschaft beitragen.

Ansprechpartner für interessierte Unternehmer oder Gründer sind die jeweiligen Rathäuser. Informationen erhalten Sie außerdem bei der Kommunalen Allianz (Frau Kratzer, Tel. 0911 / 6801 – 1120, a.kratzer@stadt-stein.de) oder direkt beim Amt für Ländliche Entwicklung (Frau Fell, Tel. 0981 / 591 – 221, eva-maria.fell@ale-mfr.bayern.de).

Förderung möglich durch Kommunale Allianz

Dass für Investitionen zukünftig auch im südlichen Landkreis Fürth Zuschüsse von bis zu 35 % zur Verfügung stehen, macht die Kommunale Allianz Biberttal-Dillenberg, eine Kooperation der Städte und Gemeinden Stein, Oberasbach, Roßtal, Cadolzburg, Ammerndorf und Großhabersdorf, im Rahmen der Ländlichen Entwicklung möglich. Bereits 2017 wurde ein gemeinsames Konzept (ILEK) erarbeitet, um die Lebensqualität in den ländlichen Regionen zu erhalten und zu verbessern. “Wir freuen uns, dass wir mit dem Programm für unsere kleinsten Unternehmen endlich die ersten Früchte unserer Arbeit ernten können”, erklärt der Sprecher der Kommunalen Allianz Biberttal-Dillenberg, der Erste Bürgermeister des Marktes Ammerndorf Alexander Fritz, stellvertretend für seine Amtskollegen. “Wir hoffen, dass der ein oder andere Betrieb dabei unterstützt werden kann, sein Angebot aufzubauen oder zu verbessern. Bei der Antragstellung stehen wird daher gerne persönlich beratend zur Seite”. Die Förderung erfolgt im Rahmen eines eigenen Dorferneuerungsverfahrens, das nur für das ILEK-Gebiet der Kommunalen Allianz und die betroffenen Unternehmen gilt.

Gemeinsam Potenziale nutzen: Die neue ILEK-Umsetzungsbegleiterin stellt erste Projekte vor

Gemeinsam Potenziale nutzen: Die neue ILEK-Umsetzungsbegleiterin stellt erste Projekte vor

Die Kassen der Kommunen werden knapper, finanzielle Mittel der Fördergeber ebenso. Um Einsparmöglichkeiten zu erschließen und mit den vorhandenen Mitteln eine möglichst große Wirkung zu erzielen, gründete sich 2004 die Kommunale Allianz Biberttal-Dillenberg. Mit dem ILEK, dem Maßnahmenkatalog der Allianz, wurde ein Fundament für zukünftige Projekte gebaut. Neuen Fahrtwind nimmt der Zusammenschluss nun mit dem Dienstbeginn der neuen Umsetzungsbegleiterin Anne Kratzer auf.

Bereits im Mai 2017 stellten die Bürgermeister der Allianz-Mitgliedskommunen Ammerndorf, Cadolzburg, Roßtal, Großhabersdorf sowie der Städte Oberasbach und Stein – mit Ausnahme der Stadt Zirndorf – ihr erarbeitetes Konzept vor. Im ILEK, dem Integrierten Ländlichen Entwicklungskonzept, wurden mögliche Maßnahmen aus verschiedenen Themenfeldern festgehalten. Das ILEK liefert auf 200 Seiten von A wie “Aufwertung von Wohngebieten aus den 60er- und 70er-Jahren” bis Z wie “Zuwachs an barrierefreien Wohnungen” viele Impulse für die gemeinsame Arbeit. An Ideen mangelt es den Mitgliedskommunen nicht. Was jedoch fehlte war jemand, der konkrete Maßnahmen gezielt angeht und koordiniert.

Am 13. Juni fand das erste Treffen zur ILEK-Umsetzung der Allianz-Bürgermeister in Stein statt. Beste Gelegenheit für die neue Umsetzungsbegleiterin, sich und ihre Aufgaben vorzustellen: 16 Stunden wöchentlich widmet Anne Kratzer ab sofort den Maßnahmen des ILEKs. Sie wird das Zusammenwirken der sechs Kommunen koordinieren, die Kommunikation mit anderen für die Region wichtigen Akteuren vorantreiben und neue Fördermöglichkeiten erkunden. Zwei Tage in der Woche wird sie fortan in ihrem neuen Büro im Steiner Rathaus für die Kommunale Allianz tätig sein. Für diese Unterstützung erhalten die Kommunen eine Förderung des Amtes für Ländliche Entwicklung. Die anderen drei Tage organisiert sie die Wirtschaftsförderung der Stadt Stein. Aus dieser Doppelrolle heraus werden sich für ILEK-Projekte aus dem Themenbereich “Arbeit” interessante Überscheidungen ergeben, dessen Synergien sie für die erfolgreiche Projektentwicklung nutzen kann.

“Zum Start des ILEKs ist es wichtig, erst einmal die Öffentlichkeit mitzunehmen”, so Kratzer, denn viel Arbeit laufe im Hintergrund, ohne dass die Bürger davon etwas mitbekämen. So sind zum Beispiel verschiedene Maßnahmen zur Öffentlichkeitsarbeit geplant, die die Allianz und ihr Wirkungsspektrum bekannter machen sollen.Genauer hinsehen möchten die Gemeinden außerdem bei den Themen E-Mobilität mit dem Fahrrad, Weiterentwicklung der Direktvermarktung und Stärkung der Wirtshauskultur. Daher soll die Machbarkeit einer E-Bike-Karte, eines Hofladenfestes und einer Studie zur Untersuchung der Zukunft fränkischer Wirtshäuser geprüft werden.

Denn trotz der Allianz entscheiden am Ende bei wichtigen Maßnahmen die jeweiligen Gemeinderäte, ob ein Projekt starten kann oder nicht. “Die Kommunale Allianz hat hier keine eigene politische Ebene geschaffen, sondern braucht wie sonst auch das grüne Licht der Kommunalparlamente”, erklärt Anne Kratzer das praktische Vorgehen der Allianz.
Die ersten Früchte des ILEKs werden zudem anhand eines Förderprojektes deutlich, die in Zusammenarbeit mit dem Amt für Ländliche Entwicklung angegangen werden sollen: Mit ihrer ersten Maßnahme wird sich die Allianz an kleine Unternehmen im südlichen Landkreis wenden: “Bald schon sollen Bäcker, Metzger und Dorfläden von der Allianz profitieren können”, verrät Kratzer. Mehr dazu folgt in naher Zukunft.

Was ist die Kommunale Allianz und das ILEK?

Die Kommunale Allianz Biberttal-Dillenberg ist ein Zusammenschluss von sieben Kommunen im südlichen Landkreis Fürth. Beteiligt sind die Märkte Ammerndorf, Cadolzburg und Roßtal, die Gemeinde Großhabersdorf sowie die drei Städte Oberasbach, Stein und Zirndorf.
Im Allianzgebiet wohnen knapp 84.000 Personen. Das sind etwa 73 %, also etwa Dreiviertel aller Einwohner im Landkreis Fürth. Das große Ziel der Allianz: Bessere Chancen auf finanzielle Unterstützung aus Förderprogrammen des Landes, Bundes und der EU. Die Basis der zukünftigen Projekte ist das ILEK, das Integrierte Ländliche Entwicklungskonzept der Kommunalen Allianz, mit dessen Hilfe die beteiligten Gemeinden bei Fördertöpfen der Ländlichen Entwicklung mit einem “ILEK-Bonus” für ihre Maßnahmen rechnen können. Dabei handelt es sich um einen 200-seitigen Projektkatalog. Auch wenn Zirndorf am Konzept nicht mitgeschrieben hat, soll es bei interkommunalen Projekten nicht vergessen werden. Hier finden Sie die Infos zum ILEK.