Freizeit & Tourismus
In einer gemeinsamen, digitalen Ratssitzung der Städte Oberasbach, Zirndorf und Stein konnten sich die Stadträte der drei Kommunen vom Projektfortschritt überzeugen. Außerdem wurde in Anwesenheit von Landrat Matthias Dießl sowie der drei Bürgermeister die feierliche Eröffnung Ende März 2021 und weitere Schritte der Zusammenarbeit besprochen. Der rund 18 km lange Erlebnisweg Wallensteins Lager biegt auf die Zielgerade ein: Nachdem sich die Stadträte aus Oberasbach, Stein und Zirndorf 2018 auf die interkommunale Zusammenarbeit verständigt hatten, steht die Fertigstellung kurz bevor. „Der Weg wird rechtzeitig zum Start der Wander- und Tourismussaison vor Ostern fertig“, freut sich Bürgermeister Kurt Krömer „und es ist schön, dass sich die drei Städte verabredet haben, den Erlebnisweg in den kommenden Jahren gemeinsam bekannt zu machen.“
Im Frühjahr werden 28 Informationsstelen aufgestellt, gleichzeitig geht die begleitende App an den Start. Vom südlichsten Punkt am Kulturhaus in Stein-Unterweihersbuch bis hinauf zur Alten Veste im Norden, über den Hainberg oder durch die Linder Siedlung in Oberasbach vorbei am Stadtmuseum Zirndorf, kann man zukünftig den neuen Wegzeichen folgen. Das Logo zeigt den Umriss des Lagers und die einfachen Zelte, in denen die Soldaten und eine ganze wandernde Stadt mit ca. 80.000 Personen 1632 hier Quartier bezogen. Drei Zwischenwege, entlang des Asbachs, der Bibert sowie als Verbindung dieser Wasserläufe, ermöglichen zudem eine individuelle Streckenplanung nach den eigenen Ansprüchen. „Der Weg hat einen besonderen Charakter“, stellt Bürgermeisterin Birgit Huber fest, „zum einen gibt es Abschnitte durch herrliche Natur mitten im urbanen Gebiet unserer Städte, zum anderen begegnen einem die Informationsstelen auf alltäglichen Wegen, zum Beispiel am Rathaus in Oberasbach.“
Der Erlebnisweg Wallensteins Lager informiert über das größte Heerlager in der Geschichte, vermittelt spielerisch Wissen und macht die Dimensionen der Belagerung erfahrbar. Sei es durch die Wanderung entlang der ehemaligen Schanzanlagen, durch das „Belauschen“ von Protagonisten der Zeit oder das Entdecken von Fundstücken. An einigen Stationen wird es dazu Kurbeln geben, mit der Energie, die beim Drehen entsteht werden kurze Hörsequenzen abgespielt. An anderen Stelen werden Fragen hinter Klappen aufgelöst und wieder andere animieren mit Drehscheiben zum Erkunden.
Interessierte Wanderer sammeln über einen QR-Code an jeder Station neue digitale Inhalte für die App. Kleine Filme stellen die Umstände im Dreißigjährigen Krieg vor. Eine Marketenderfrau, ein Pferdejunge und ein Musketier erzählen aus ihrer Zeit. „Die moderne und interaktive Art der Erzählung ergänzt die bestehende Dauerausstellung rund um das Thema Wallensteins Lager im Stadtmuseum Zirndorf hervorragend“, findet Bürgermeister Thomas Zwingel.
Im Januar und Februar werden die Stelen nach und nach montiert und die Inhalte für die App fertiggestellt. Gemeinsam mit dem Projektbüro Impuls-Design haben sieben weitere Unternehmen den Zuschlag zur Umsetzung erhalten und arbeiten derzeit an der Fertigstellung.
Die geplanten Projektkosten von 525.000 Euro, welche sich die beteiligten Städte aufteilen, werden eingehalten. Dabei unterstützt die Europäische Union und das Land Bayern mit dem Förderprogramm LEADER den Erlebnisweg mit 200.000 Euro. Die Lokale Aktionsgruppe (LAG) „LEADER Region Landkreis Fürth“ hatte dem Projekt die höchstmögliche Fördersumme zugesprochen. „Mit dem Erlebnisw eg Wallensteins Lager wird ein Leuchtturm-Projekt im Landkreis in interkommunaler Zusammenarbeit realisiert, das freut mich besonders“, fasst Landrat und LAG-Vorsitzender Matthias Dießl zusammen. „Der Weg ergänzt das hervorragende Naherholungsangebot für die Bewohner unseres Landkreises und der umliegenden Städte. Gleichzeitig schaffen wir so einen neuen kulturtouristischen Reiseanlass für Gäste in unsere Region.“
Weitere Informationen zum Projekt finden Sie hier.
Erfahrungsaustausch, Landwirtschaft und Klima, Obstkolumne
Bettina Hechtel, Kreisbäuerin des Bayerischen Bauernverbandes, hat von Berufswegen her viel mit regionalen Produkten zu tun. In ihrem Stall stehen 100 Rinder, die Milch geben. Lange Jahre führte Sie einen eigenen Hofladen. Neben der Vermarktung von Milch gehört zum Hof auch eine stetig wachsende Streuobstwiese. Im heutigen Beitrag verrät Frau Hechtel Rezeptideen zur Verarbeitung von Obst, passend zur kalten Jahreszeit. In Landfrauentradition gibt sie ihr Wissen rund um Kochen, Backen, Lebensmittelkunde und Gesundheit gerne weiter.
Wo haben Sie gelernt, wie man eine Streuobstwiese anlegt und pflegt?
B. Hechtel: Die Obstbäume laufen nebenher und sind mehr ein Hobby als ein Teil des landwirtschaftlichen Betriebs. Das Wissen habe ich mir selbst angeeignet. Als Kind wird man von den Eltern oft mit rausgenommen und erfährt den Umgang mit der Natur ganz selbstverständlich. Außerdem habe ich ländliche Hauswirtschaft gelernt, da gehört Gartenbau zu den Lehrfächern. Einen Obstschnittkurs, wie ihn die Gartenbauvereine anbieten, habe ich noch nicht mitgemacht. Vielleicht hole ich das irgendwann nach. Der richtige Schnitt ist wichtig für den Ertrag, aber bis jetzt bin ich mit dem Ergebnis zufrieden.
Wie groß ist Ihre Streuobstwiese und wie wird sie genutzt?
B. Hechtel: Zum Hof gehören 50 Obstbäume verschiedenen Alters. Die älteren Bäume, die vor etwa 30 Jahren gepflanzt wurden, haben wir in den letzten Jahren durch circa 35 neue Halb- und Hochstämme ergänzt. Bei der Auswahl der Sorten haben wir darauf geachtet, alte Sorten zu pflanzen, vor allem wenn wir alte und kranke Bäume ersetzten mussten. Einige Obstbäume sind auch im Rahmen von Hoferweiterungen und Ausgleichsmaßnahmen hinzugekommen. Die Äpfel lagern wir im Keller ein und verbrauchen sie vorwiegend selbst. Wir fahren zum Beispiel ins Mosthaus nach Roßtal und stellen dort Saft aus unseren eigenen Äpfeln her. Den Apfelsaft habe ich früher im Hofladen verkauft, aktuell trinkt die Familie den Saft. Wer regionalen Saft kaufen möchte, kann sich bei den anderen Höfen und Hofläden in der Nähe umschauen, die meistens ebenfalls Streuobstflächen haben.
Haben Sie einen Rezepttipp, passend zur Wintersaison?
B. Hechtel: Ich empfehle einen warmen Apfelpunsch. Dafür braucht man 1 Liter Fruchttee, 1 Liter Apfelsaft, 2 Orangen, davon 1 in Scheiben geschnitten und 1 mit 5 Nelken gespickt und im Ganzen in den Topf gegeben, 2 Stangen Zimt, Zucker oder Honig je nach Süße des Apfelsaftes. Die Zutaten werden in einem großen Topf vermischt, erwärmt und 20 Minuten ziehen gelassen. Wer will, kann den Punsch mit Apfelwein verfeinern.
Links Zum Thema:
Selbst mosten: Mosthaus in Roßtal
Regionale Produkte: Gutes aus dem Fürther Land
Streuobst für alle: Mehr zu Akteuren und Aktionen
Freizeit & Tourismus
Weil Corona Kulturinteressierte und Künstler im Jahr 2021 weiter begleiten wird, die Kultur dabei aber nicht zu kurz kommen soll, wurde die Seite www.kultur-vor-dem-fenster.de überarbeitet und kundenfreundlicher gestaltet. Die Unterseiten der Städte und Gemeinden sind nun zu einer gemeinsamen Seite „Großraum Nürnberg/Fürth/Erlangen“ zusammengefasst. Somit haben Kulturinteressierte die Möglichkeit, aus über 200 Künstlern das richtige Programm für ihr exklusives Kulturevent vor dem Fenster zu finden und zu buchen. Außerdem können Anfragen nach Genre sortiert werden. Auch die Kommunale Allianz Biberttal-Dillenberg ist mit dabei und bietet 2021 Live‐Kultur vor Publikum.
Das überarbeitete Künstlerportal soll zum einen freischaffenden Künstlern, deren Verdienstausfall derzeit bis zu 100% beträgt, zu bezahlten Auftritten verhelfen. Zum anderen soll es dazu beitragen, die psychische Gesundheit der Menschen in dieser oft freudlosen Zeit zu erhalten, denn „Freude hält gesund“ – so das Motto des Projekts. Bereits in der Zeit des ersten Lockdowns gab es im Städtedreieck geschätzt 300 Auftritte von Künstlern/Künstlergruppen vor Fenstern und Balkonen. Alle garantiert ohne Ansteckungen und mit ganz viel Freude! Die beteiligten Künstlerinnen und Künstler berichteten uns von ganz besonderen Auftritten: „Zum einen konnten wir etwas Geld verdienen, aber das war nicht das Wichtigste. Das wirklich Wichtige ist, dass wir in dieser doch oft sehr tristen Zeit unserer Berufung nachgehen konnten, nämlich den Menschen Lebensfreude zu geben.“ Da Einzelpersonen und Hausgemeinschaften meist nicht so viel zahlen können wie größere Auftraggeber, verhandelt jeder Auftraggeber die Gage direkt mit dem jeweiligen Künstler.
Unterstützen Sie die regionale Kulturlandschaft und buchen Sie jetzt Ihren Künstler. „Denn jeder Tag, an dem du nicht lächelst, ist ein verlorener Tag“ (Charlie Chaplin).
Weitere Infos und alle Details finden Sie auf www.kultur‐vor‐dem-fenster.de/grossraum-n-fue-er.
Erfahrungsaustausch, Landwirtschaft und Klima, Obstkolumne
Rainer Gegner, der 1. Bürgermeister des Marktes Roßtal, ist Projektpate für das Projekt „Streuobst für alle“. Als Projektpate setzt er sich bei der Kommunalen Allianz besonders für das Projekt ein. Herrn Gegner liegt das Thema Obst auch persönlich sehr am Herzen. Im Ort gehören ihm und seiner Familie selbst eine große Streuobstwiese, deren Obst er jedes Jahr erntet und verarbeitet. Im heutigen Beitrag erklärt er, was hinter dem Projekt steckt und welche Bedeutung Streuobst in der Region hat.
Streuobst – Ist das überhaupt ein großes Thema in einer so stadtnahen Region?
R. Gegner: Bei Spaziergängen kommt man an vielen Obstbäumen vorbei. Wir wollten es genauer wissen und haben nachgezählt. Eine Bestandsaufnahme der Streuobstwiesen und Wegrandstreifen in den Gemeinden Ammerndorf, Cadolzburg, Großhabersdorf, Oberasbach, Roßtal, Stein und Zirndorf im Sommer 2020 hat ergeben, dass es in der Allianz etwa 150 Einzelflächen auf einer Größe von rund 100 ha gibt, davon 100 in kommunaler Hand und 50 in privatem Besitz. Erfasst wurde außerdem das ungefähre Alter der Bäume, die Anzahl der Bäume pro Fläche und die angepflanzten Obstsorten. Die große Anzahl an erfassten Flächen ist beeindruckend und reicht aus, um mit verschiedenen Maßnahmen ins Projekt starten zu können. Gute Ansatzpunkte liefert außerdem die Sammlung der bereits laufenden Aktionen in den Allianzgemeinden.
Mit welchen Maßnahmen soll das Projekt mit Leben gefüllt werden?
R. Gegner: Die Kommunen verstehen sich als Plattform, um die Bürger mit Informationen zu versorgen. Wir planen daher im Rahmen einer Obstkolumne über verschiedene Themen zu berichten, wie zum Beispiel Apfelsorten in Mittelfranken, Fördermöglichkeiten für Gartenbesitzer, Hinweise zur Pflanzung oder Rezepte rund ums Obst. Wir möchten außerdem erreichen, dass das Streuobst in der Erntezeit nicht verfault, sondern einen Abnehmer findet. Was am Jakobsweg schon erlaubt ist, soll auch an anderen Stellen möglich werden: Es ist ausdrücklich erwünscht, dass Wanderer sich bedienen. Bei kommunalen Obstbäumen sollen besondere Tafeln darauf hinweisen. Längerfristig denken wir über eine professionelle Vermarktung nach. Bis dahin ist es ein weiter Weg, aber wir möchten uns jetzt schon informieren.
Kommt daher der Titel „Streuobst für alle“?
R. Gegner: Ja, man erkennt an den ersten Maßnahmen bereits, die Bevölkerung spielt eine wichtige Rolle dabei, das besondere Kulturlandschaftselement zu pflegen und zu erhalten. Eines unserer Anliegen ist es außerdem, die Obst- und Gartenbauvereine ins Boot zu holen, Veranstaltungen mit gemeinsamer Ernte zu organisieren, Schulen und KiTas einzubinden, Baumpatenschaften anzubieten und bestehende Angebote der Vereine – wie Baumschnittkurse – besser zu kommunizieren.
Streuobst für alle: Mehr zu Akteuren und Aktionen
Freizeit & Tourismus
Mit dem Beginn der herbstlichen Rad- und Wandersaison startete ein Team aus Bürgermeistern, Mitgliedern der Bauämter und Fahrradbeauftragen die Befahrung des Allianzrundweges. Der Rad- und Fernwanderweg erstreckt sich auf einer Länge von ca. 50 km über die Gemeinden Ammerndorf, Cadolzburg, Großhabersdorf, Oberasbach, Roßtal, Stein und Zirndorf im südlichen Landkreis Fürth. Bereits seit 15 Jahren führt der Rundweg Wanderer und Radfahrer durch die Region.
Der Rundweg verbindet die Städte und Gemeinden sowie viele „Sterne der Allianz“, sprich kulturelle Highlights und schöne Naturschauplätze. Die Tour und seine Beschilderung sind dabei etwas in die Jahre gekommen. Ziel der Befahrung ist es, die Wegeführung auf den Prüfstand zu stellen und zu optimieren, um den Besuchern möglichst viele Sehenswürdigkeiten zeigen zu können. Die Befahrung wird in zwei Tagesetappen absolviert. Die erste Etappe, die über 27 km von Großhabersdorf über Roßtal und Stein nach Oberasbach führt, bereiste das Team der kommunalen Allianz am 6. Oktober mit den kommunalen E-Pedelecs. Die Tour startete am Parkplatz des Gasthauses Rotes Ross in Großhabersdorf.
„Für uns als Bürgermeister war es wichtig, uns selbst ein Bild zu machen, von dem, was unterwegs geboten ist“, erklärt Bürgermeisterin Birgit Huber. „In unserer eigenen Gemeinde sind wir Spezialisten, aber gerade bei so einem gemeinsamen Projekt, möchten wir über den Tellerrand hinausschauen.“ Da Teamgeist und Gemeinschaftsgefühl bei der Tour im Vordergrund standen, endete die Tour nach drei Stunden bei einer warmen Suppe auf Einladung der Stadt Oberasbach im el café am Rathaus in 90522 Oberasbach. Im Frühjahr geht es von Oberasbach weiter über Zirndorf, Cadolzburg und Ammerndorf zurück nach Großhabersdorf.
Hier geht es zur Tour: www.erlebnis-landkreis-fuerth.de/Aktiv/Wandern/Fernwanderwege